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— Ratgeber

E-Rechnung erstellen: XRechnung, ZUGFeRD & welcher Weg passt

Seit Januar 2025 ist die E-Rechnung im B2B-Bereich in Deutschland verpflichtend. Wir zeigen, was dahintersteckt und welcher Weg — Word, Excel oder Outlook — für Sie der richtige ist.

Was ist eine E-Rechnung — und warum müssen Sie sich jetzt damit beschäftigen?

Eine E-Rechnung (elektronische Rechnung) ist eine Rechnung in einem strukturierten, maschinenlesbaren Format. Das klingt technisch, ist aber wichtig: Eine PDF-Rechnung zählt nach den neuen Regeln in Deutschland nicht als E-Rechnung. Erst wenn die Rechnungsdaten in einem definierten XML-Format vorliegen, kann sie ohne manuelle Nachbearbeitung weiterverarbeitet werden.

Seit dem 1. Januar 2025 sind Unternehmer im B2B-Geschäftsverkehr in Deutschland verpflichtet, E-Rechnungen empfangen zu können. Für das Versenden gelten gestaffelte Übergangsfristen, die bis spätestens 2028 auslaufen. Wer Rechnungen an Behörden stellt (B2G), kennt das Thema schon länger — dort gilt die E-Rechnungspflicht bereits seit 2020.

Diese Pflicht trifft jeden Handwerksbetrieb, jedes kleine Unternehmen und jeden Selbstständigen, der B2B-Rechnungen stellt. Wer sich nicht vorbereitet, riskiert ab 2027/2028 ungültige Rechnungen — und damit Steuerprobleme.

XRechnung, ZUGFeRD — die zwei wichtigsten Formate

In Deutschland gibt es zwei rechtssichere E-Rechnungs-Formate:

XRechnung
Das offizielle deutsche XML-Format, vorgeschrieben für Rechnungen an öffentliche Auftraggeber. Reine XML-Datei, ohne visuelle Darstellung — nur Daten. Für B2G ist das der Standard.

ZUGFeRD
Ein hybrides Format: Eine PDF/A-3-Datei mit eingebetteter XML-Datei. Der Empfänger sieht die Rechnung wie gewohnt, aber Buchhaltungssoftware kann die XML-Daten automatisch auslesen. Für den B2B-Bereich oft die praktischere Lösung, weil Menschen die Rechnung weiterhin „normal" sehen können.

Beide Formate sind nach der neuen Gesetzgebung als E-Rechnung anerkannt. Welches Sie nutzen, hängt vom Empfänger ab — die meisten kleinen und mittleren Unternehmen kommen mit ZUGFeRD gut zurecht.

Drei Wege, eine E-Rechnung zu erstellen

Sie brauchen keine teure Buchhaltungssoftware, um normgerechte E-Rechnungen zu schreiben. Wenn Sie bereits mit Microsoft-Office arbeiten, gibt es Add-Ins, die sich direkt in Word, Excel oder Outlook integrieren — und Ihnen erlauben, E-Rechnungen in Ihrer gewohnten Umgebung zu erstellen (nicht: umzuwandeln). Wichtig zu verstehen: Eine bestehende Word- oder Excel-Datei lässt sich nicht einfach in eine E-Rechnung „konvertieren". Eine E-Rechnung verlangt strukturierte Daten in XML-Form. Die folgenden Tools bieten dafür Eingabe-Formulare direkt im Word-/Excel-/Outlook-Menüband.

1. E-Rechnung mit Word

Das invoWord Add-In integriert sich in das Word-Menüband. Sie öffnen über einen neuen Button ein strukturiertes Eingabe-Formular und tragen Rechnungsdaten ein. Das Add-In erzeugt daraus eine ZUGFeRD- oder XRechnung-Datei.

E-Rechnung mit Word erstellen — Add-In und Schritt-für-Schritt-Anleitung.

2. E-Rechnung mit Excel

Das invoXL Add-In erscheint im Excel-Menüband und bietet ein Formular zum Erfassen der Rechnungs-Daten. Besonders geeignet für Selbstständige, die ihre Stammdaten und Posten ohnehin schon in Excel pflegen — die Übernahme ist nahtlos.

E-Rechnung direkt in Microsoft Excel erstellen — Add-In und Anleitung.

3. E-Rechnung mit Outlook

Das invoMail Add-In erlaubt es, E-Rechnungen direkt in Outlook zu erstellen und sofort als Anhang an eine Mail zu senden. Spart den Wechsel zwischen mehreren Programmen, wenn Sie Rechnungen sowieso per Mail verschicken.

E-Rechnung mit Outlook erstellen — Add-In und Anleitung.

Welcher Weg passt für Sie?

Sie nutzen primär… Empfehlung
Word für Rechnungstexte invoWord Add-In
Excel für Listen & Stammdaten invoXL Add-In
Outlook für Versand invoMail Add-In

Alle drei Add-Ins erzeugen dieselbe rechtsgültige E-Rechnung im ZUGFeRD- oder XRechnung-Format. Der Unterschied liegt im Workflow und in dem Programm, in dem Sie arbeiten möchten — das Endergebnis ist gleichwertig und entspricht der EU-Norm EN 16931.

Was alle drei Lösungen gemeinsam haben

  • Daten bleiben lokal auf Ihrem Computer — keine Cloud, kein fremder Server
  • Einmalzahlung statt monatliches Abo
  • Offline-fähig nach einmaliger Lizenz-Aktivierung
  • Stammdaten wiederverwendbar (Kunden, Unternehmens-Daten)
  • Beide Formate verfügbar: ZUGFeRD (PDF/A-3 + XML) und XRechnung (reines XML)

Häufige Fragen

Muss ich ab sofort E-Rechnungen versenden?
Nein — nur empfangen können müssen Sie ab 2025. Das aktive Versenden ist mit Übergangsfristen bis 2027/2028 geregelt. Wer früh umstellt, ist aber auf der sicheren Seite und gewinnt schon jetzt Zeit durch automatisierte Workflows.

Brauche ich für E-Rechnungen eine teure Software?
Nein. Mit den richtigen Tools können Sie weiterhin in Word, Excel oder Outlook arbeiten und die E-Rechnung daraus erzeugen — ohne Buchhaltungspaket.

Was passiert, wenn ich keine E-Rechnung erstellen kann?
Ab den jeweiligen Übergangsfristen erkennt das Finanzamt klassische PDF-Rechnungen im B2B-Bereich nicht mehr als ordnungsgemäße Rechnung an — was beim Vorsteuerabzug zu Problemen führt.

Sind PDF-Rechnungen damit verboten?
Im reinen B2C-Geschäft (Rechnung an Privatkunden) sind PDF-Rechnungen weiterhin erlaubt. Nur im B2B-Bereich gelten die neuen Regeln.

Wo Sie jetzt anfangen sollten

Wenn Sie bereits mit Office arbeiten, starten Sie mit dem Programm, das Sie am häufigsten nutzen. Die Umstellung kostet weniger Zeit, als die meisten denken — gerade weil Sie Ihr gewohntes Layout behalten können. Nutzen Sie die drei Tool-Anleitungen oben, um in wenigen Minuten die erste konforme E-Rechnung zu erzeugen.